Achtung:

Sie haben Javascript deaktiviert!
Sie haben versucht eine Funktion zu nutzen, die nur mit Javascript möglich ist. Um sämtliche Funktionalitäten unserer Internetseite zu nutzen, aktivieren Sie bitte Javascript in Ihrem Browser.

Der Campus im Frühling.

Foto: Universität Paderborn, Kamil Glabica.

TP 2.1 Datenerfassung in digitalen Arbeitsverhältnissen

Hintergrund
Das Vorhaben ist ein Teilprojekt im Forschungsgebiet „Datensicherheit und Privatheit in digitalisierten Arbeitsprozessen“ des Forschungsschwerpunkts „Digitale Zukunft“. Die Digitalisierung und Vernetzung von Arbeitsprozessen birgt Risiken für die Datensicherheit und Privatheit. Auf der einen Seite fürchten die Arbeitgeber, bedingt durch den hochgradig automatisierten Austausch von Daten zwischen Menschen und technischen Komponenten, einen Verlust der Hoheit über die innerbetrieblichen Daten. Andererseits empfinden die Arbeitnehmer, durch die verstärkten Kontroll- und Überwachungsmöglichkeiten, eine Bedrohung ihrer Privatsphäre. Um die in herkömmlichen Arbeitsverhältnissen geltenden Normen erhalten zu können, sind neue Erkenntnisse und Methoden für die Gestaltung digitalisierter Arbeitsprozesse notwendig.

Neue Herausforderungen hinsichtlich Datensicherheit und Privatsphäre finden sich besonders beim Crowdworking. Dies ist eine neue Form der Arbeitsorganisation, bei der über eine Online-Plattform Arbeitsaufgaben anhand eines offenen Aufrufs an eine heterogene Gruppe – die Crowd – vergeben werden. Die kommerzielle Nutzung dieser digitalen Plattformen nimmt stetig zu und erschließt neue Anwendungsfelder. Auch wenn die Ausführung der gestellten Aufgabe nicht in jedem Fall online erfolgt, so werden jedoch der Aufruf und die Abgabe stets online abgewickelt. Jede Interaktion zwischen Auftraggeber, Auftragnehmer und dem System generiert dabei Daten. Neben selbst angegebenen Daten wie Name und Adresse können auch Daten entstehen, die Rückschlüsse auf die Dauer und Qualität der Bearbeitung der Aufgabe zulassen. In vielen Fällen sind diese zunächst transparent und beispielsweise im Nutzerprofil ersichtlich. Jedoch können bei fortschreitender Nutzung und der zunehmenden Verwendung neuer Technologien (z.B. App des Anbieters nutzt Sensoren im Smartphone des Nutzers) zusätzliche Informationen entstehen, die für den Nutzer nicht direkt sichtbar sind. Diese Daten können für den Auftraggeber oder auch den Plattformbetreiber einen Mehrwert generieren, bergen aber auch die Gefahr des Missbrauchs bzw. der Umgehung des Datenschutzes.

Ziel des Vorhabens
Im Projekt soll analysiert werden, welche Informationen aus den auf digitalen Plattformen erfassten Daten abgeleitet werden können. Dabei soll untersucht werden, welche Möglichkeiten und Gefahren sich durch die neuen Technologien in der Zukunft ergeben könnten. In diesem Zuge sollen Erkenntnisse dazu gewonnen werden, wie eine  sinnvolle Nutzung der digitalen Plattformen bei gleichzeitiger Erhaltung der Privatheit möglich ist. In Kooperation mit den anderen Disziplinen des Forschungsschwerpunkts „Digitale Zukunft“ kann eine Bewertung sowohl auf individueller Ebene als auch auf organisatorischer und gesellschaftlicher Ebene erfolgen.

Methoden und Interdisziplinarität
Neben der systematischen Erhebung des aktuellen Stands der Technik zur Datenerfassung auf digitalen Plattformen sollen neue Verfahren in Zusammenarbeit mit bestehenden Plattformen evaluiert und getestet werden. Dabei wird die Akzeptanz der Nutzer hinsichtlich der Art und des Umfangs der Datenerfassung sowie des Einsatzes bestimmter Geräte oder Sensoren durch Befragungen untersucht.

Das Forschungsprojekt ist im technischen Bereich angesiedelt, steht jedoch in engem Bezug zu den Forschungsfragen der Psychologie, Soziologie, Wirtschaftswissenschaften und Informatik im Forschungsgebiet „Disruptive Veränderung von Arbeitsprozessen: Partialisierung und Crowdworking“. Eine direkte Zusammenarbeit erfolgt mit dem Teilprojekt zur Sicherheit der Datenerfassung und –übertragung.

Ansprechpersonen

Prof. Dr.-Ing. Ulrich Rückert
E-Mail: rueckert(at)techfak.uni-bielefeld(dot)de

Marc Hesse
E-Mail: mhesse(at)techfak.uni-bielefeld(dot)de

Universität Bielefeld
Technische Fakultät
AG Kognitronik und Sensorik

Die Universität der Informationsgesellschaft